Mit Biss zum Erfolg

Mit Biss zum Erfolg

Petra van Laak hat ihre eigene Kommunikationsagentur gegründet. Erfolgreich. Denn: Wer Biss hat, hat Erfolg. Sie ist intuitiv, einfühlsam und wissensdurstig. Für ihre Weiterbildung – den Studiengang CAS Corporate Publisher – hat sie das Pendeln von Deutschland nach Zürich auf sich genommen.

Interview: Schweizerische Text Akademie, 8.5.13

Text Akademie: Frau van Laak, Sie besitzen Ihre eigene Kommunikationsagentur und haben Ihr zweites Buch herausgebracht. In Ihrem Buch haben Sie ein ganzes Kapitel der Text Akademie und dem Studiengang CAS Corporate Publisher gewidmet. Inwiefern hat Sie dieser Studiengang geprägt?

Petra van Laak: Mein Wissen beruhte bis zum Studiengang CAS Corporate Publisher auf meiner persönlichen Erfahrung. Der Studiengang vervollständigte mein Wissen. Die neu erlernte Theorie half mir, Projekte systematischer anzugehen. Bereits während des Studiengangs merkte ich, wie ich die Kommunikationslage bei meinen Auftraggebern besser einschätzen konnte. Ausserdem hatte ich zuvor nur ein diffuses Bild von der Schweiz. Das änderte sich während des Studiengangs. Das Land, die herzlichen und aufgeschlossenen Schweizerinnen und Schweizer sind mir ans Herz gewachsen – und der Wunsch, Berge zu besteigen, ist stärker geworden.

Text Akademie: Sie hatten schon vor dem Studium Erfolg mit Ihrer Agentur. Was hat Sie dennoch dazu bewogen, ein Studium zu beginnen?

Petra van Laak: Häufig hatten mich Auftraggeber nach meinem Background gefragt und waren etwas irritiert, da ich ihnen kein Marketing-, PR- oder BWL-Studium vorweisen konnte. Ich hatte nur mein exotisch anmutendes Studium in Kunstgeschichte. Zum einen wollte ich mit dem Studium die Skeptiker beruhigen, was mir gelang. Zum anderen wollte ich lediglich meinen ausgeprägten Wissensdurst löschen.

Text Akademie: Wie wenden Sie das Wissen – das Sie sich im CAS Corporate Publisher angeeignet haben – heute im Beruf an?

Petra van Laak: Ich erstelle jeweils eine Ist-Analyse der Kommunikationssituation des Unternehmens und schätze die Bedeutung der verschiedenen Kommunikationskanäle für das Unternehmen besser ein. Weiter weiss ich, dass man die crossmediale Herangehensweise nicht vernachlässigen darf und dass ich Benchmarking viel stärker mit einbeziehen muss. Genauso wichtig ist die Zielgruppenanalyse. Auch hat mir der Studiengang CAS Corporate Publisher bei der Argumentation geholfen. Mittlerweile habe ich sofort Argumente parat, wenn jemand wissen will, weshalb eine Publikation gut oder schlecht ist.

Text Akademie: Wie kommen Sie zu neuen Aufträgen?

Petra van Laak: Ich netzwerke sehr viel. Früher musste ich viele «Klinken putzen». Mittlerweile flattern jedoch viele Aufträge auf Empfehlung herein. Zunehmend werde ich auch von der öffentlichen Hand aufgefordert, mich an geschlossenen Ausschreibungen zu beteiligen.

Text Akademie: Wie gehen Sie generell an neue Aufträge heran?

Petra van Laak: Vor dem ersten Meeting analysiere ich den Aussenauftritt des Kunden, besorge mir die nötigen Informationen und abonniere den Newsletter. Was mir auch sehr hilft: Wenn ich herumfrage, wie das Unternehmen bzw. das Thema auf andere wirkt. Im Kick-off-Meeting kläre ich so viele Fragen wie möglich und gehe erst dann, wenn ich wirklich alles verstanden habe. Fundierte Briefings sind das A und O zu Beginn einer Zusammenarbeit.

Text Akademie: Wie kann sich ein Quereinsteiger in der Welt des Corporate Publishing behaupten?

Petra van Laak: Das kommt sehr darauf an, in welcher Grössenordnung man sich bewegt. Wer zum Beispiel zu den grossen Kundenmagazinen will, sollte zuerst bei einem renommierten Corporate Publisher arbeiten. Dort gilt es dann, aufmerksam zu sein und auf diesem Wege zu erfahren, wie das Ganze funktioniert. Ich als Einzelunternehmerin interessiere mich nicht für riesige Projekte, sondern bewege mich bei den kleinen und mittelständischen Unternehmen. Ich empfinde diese Umgebung als gelassener. Es ist für Quereinsteiger sicher einfacher, dort Aufträge zu erhalten. Es gibt viele kleine Corporate-Publishing-Lösungen, die sehr gut funktionieren. In KMUs wird zudem häufig honoriert, dass man sich als Quereinsteiger durchgebissen hat.

Text Akademie: Wer selbstständig arbeitet, arbeitet meistens mehr als 100% ‒ so wie Sie. Sie haben zudem noch vier Kinder. Wie haben Sie Job, Familie und das Studium in der Schweiz unter einen Hut gebracht?

Petra van Laak: Wichtig ist eine gute Organisation, eiserne Disziplin und «mal Fünfe gerade sein lassen». Die Kinder habe ich von Anfang an eingebunden, alle meine Pläne transparent gemacht und dafür gesorgt, dass auf der Heimreise immer genug Schweizer Schokolade im Koffer war.

Petra van Laak ist Autorin und besitzt ihre eigene Agentur für Corporate Communications. Als Quereinsteigerin hat sie es geschafft, sich in der Branche zu behaupten. Der Weg dahin war nicht einfach. In ihrem zweiten Buch «Auf eigenen Beinen. Eine vierfache Mutter startet in die Selbständigkeit» schreibt sie über ihre Erfahrungen und weshalb sich das Ganze gelohnt hat.

Executive Sarah Wilhelm: «Content Marketing bindet Kunden langfristig besser»

Content Marketing schafft langfristig Vertrauen – besonders unter Geschäftspartnern. Sarah Wilhelm ist Geschäftsleiterin der Agentur W4 Marketing (Schweiz) AG in Zürich. Sie spricht im Interview über die klaren Vorzüge von Content Marketing, über die unterstützende Wirkung von Bildern und über personalisierte Inhalte.

Schreiben mit Herz anstatt schnöder Kommerz

Schreiben mit Herz anstatt schnöder Kommerz

Einem relativ sicheren Job nachzugehen, ist das eine. Seinen Träumen zu folgen, meist etwas anderes. Silke Knöbl entschied sich für ihren Traum, tauschte dafür den sicheren Job ein. Und sie würde es wieder tun.

Sie hat seit einiger Zeit davon geträumt, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Eine innere Stimme hat ihr diese Idee einmal zugeflüstert. Auch die Leidenschaft fürs Schreiben hat irgendwo in ihrem Innern geschlummert, gewartet – bereit, auszubrechen. Heute hat Silke Knöbl ihren Traum erfüllt und geht ihrer Leidenschaft nach: Sie führt ihre eigene Kommunikationsagentur mit dem Namen «Textimum». Eine Wortsynergie aus «Text» und «Maximum» – Schreibarbeit mit grösstmöglicher Hingabe. Die Zeit dafür war reif.

Die gebürtige Steirerin sagt selbstbewusst, dass sie es wieder so machen würde. Sie kam damals über eine Kollegin zu einem Kommunikationsprojekt. An diesem Projekt hätte sie sich neben ihrem Job bei der Bank nicht beteiligen können. Das war ihr Startschuss: «Jetzt oder nie», sagte sie sich. Aus der Vollzeitstelle bei der Bank wurde also ein Teilzeitjob, später kündigte sie ganz – die Aufträge an Textimum wurden zu viele. Erfreulicherweise. Seit eineinhalb Jahren ist sie nun selbstständige Texterin und freie Journalistin. Und schon ihre Chefin – damals bei der Grossbank – spürte, dass Silkes berufliche Zukunft das Texten sein wird.

Eine Bewerbung für zwei Jobs

Als Silke Knöbl bei der Grossbank arbeitete, wollte sie eigentlich Marketingleiterin werden. Aber es kam anders: Ihre damalige Chefin sah sie eher als Corporate Writer. Oder als Texterin. Und Silke habe bereits ihr Bewerbungsschreiben derartig pfiffig verfasst, sie solle doch fürs Unternehmen schreiben. Die Chance nahm sie an, eine passende Weiterbildung folgte: Sie besuchte die Schreibwerkstatt der Schweizerischen Text Akademie und bekam Lust auf mehr. Ihre Weiterbildung krönte sie 2012 mit ihrer Masterarbeit «Die Bedeutung des Employer Branding bei der Rekrutierung und Bindung von Toptalenten bei Liechtensteiner Grossbanken». Die Leidenschaft fürs Schreiben und Texten brach nun endgültig aus.

Mut wird belohnt

Nun, dieses Talent hat sich von der Grossbank gelöst. Silke hat ihre Freude am Schreiben zur Leidenschaft geformt und auf ihre innere Stimme gehört, die «Jetzt!» gerufen hat. Und die Belohnung dafür? «Es ist unglaublich toll, so viele spannende Menschen kennenzulernen und Einblick in so viele verschiedene Branchen zu bekommen!», schwärmt sie.

Der eigenen Verwirklichung zuliebe lohnt es sich also, auf seine innere Stimme zu hören. Das zu tun, was einem am meisten am Herzen liegt. Und auch wenn man vielleicht Zweifel hat. Dem eigenen Glück schadet es nicht, etwas zu wagen. Die innere Stimme hat meistens Recht. Das hat uns Silke Knöbl gezeigt.

Porträt Schweizerische Text Akademie: 05.11.2015

Ab wann ist man eigentlich ein Corporate Writer?

Ab wann ist man eigentlich ein Corporate Writer?

Das Handwerk des Corporate Writer ist ein Beruf, in den man hineinwachsen muss. Viele entdecken erst im Lauf ihrer Karriere den Wunsch, sich ganz dem Schreiben zu widmen. Den Zeitpunkt, wann sie Corporate Writer sind, bestimmen sie selbst. Wie Anton Neuenschwander.

Anton Neuenschwander entschied sich vor sechzehn Jahren, sein eigenes Texterbüro zu eröffnen. Mutig behauptete er, Corporate Writer zu sein, und schrieb drauflos. «Das klappte sehr gut», schmunzelt er. Natürlich ist eine Ader für gutes Texten und Konzipieren die eigentliche Grundvoraussetzung, um als Texter erfolgreich zu sein. Dieses Talent haben ihm seine Eltern zweifellos in die Wiege gelegt – er gewann im Jahr 2003 den Swiss Text Award.

Aber genügt Talent? Mit Talent alleine ist es nicht getan. Dessen war sich Anton Neuenschwander auch bewusst. Erst durch seine Tätigkeit in einer Werbeagentur sowie mit der Ausbildung zum CAS Corporate Writer (PR-Redaktor) hat er seinen Sprachsinn vollends geschärft: «Ich achte seit meiner Ausbildung viel aufmerksamer und systematischer auf die Verständlichkeit meiner Texte», so Neuenschwander.

Die Ausbildung und das Buch «Schreiben und Redigieren – auf den Punkt gebracht», halfen ihm, die Schreibregeln zu verinnerlichen. Heute empfindet er sein Wissen als eine Art geistiges Texter-Betriebssystem. Ähnlich wie beim PC verrichtet es automatisch im Hintergrund seinen Dienst und sorgt für saubere Texte. Das Resultat? Seine gelungenen Texte. Und natürlich die positiven Reaktionen seiner Kunden. Dafür lohnt sich jede Silbe.

Es läuft in Antons Berufsleben also rund. Aber wie sieht seine Zukunft aus? Er interessiert sich für die Medien, für Videoproduktionen besonders. Im Filmen möchte sich Anton Neuenschwander weiterbilden. Denn in Videoclips liegt die Zukunft vom Publishing. «Ausgelernt hat man nie. Videoclips werden immer beliebter und bieten zahlreiche Möglichkeiten für die schnelle Kommunikation. Da muss man auf dem Laufenden bleiben», meint er. Wie wahr.

Vielleicht ist es bei einem guten Text ähnlich wie bei einem Gemälde: Der Text ist zwar nah an der Vollendung, jedoch nie wirklich vollendet. Durch die nötige Ausbildung, genügend Erfahrung und eine grosse Portion Leidenschaft kommt man diesem Ideal als Corporate Writer trotzdem ziemlich nahe. Das zeigt uns das Beispiel von Anton Neuenschwander. Der, der plötzlich anfing zu schreiben. Und erfolgreich war.

Porträt Schweizerische Text Akademie, 04.06.2015

Executive Silvia Schnidrig: Informieren, bevor es zu spät ist!

Informationen über Versicherungen sind nicht immer spannend, aber wichtig. Silvia Schnidrig ist die Leiterin der Kommunikation bei der SWICA Krankenversicherung AG. Sie und ihr Team setzen viel daran, ihren Kunden die nötigen Informationen spannend aufbereitet zu vermitteln. Damit sich die Kunden frühzeitig für den Versicherungsschutz interessieren – und informiert sind, wenn sie ihn brauchen.

Silvia Schnidrig gewährt uns im Interview einen Einblick in ihren Beruf. Sie erzählt uns von der Kommunikation in der Gesundheitsbranche und von ihren schönsten Momenten.