Executive Patrick Müller: «KI wird die Customer Journey bereichern»

Wie wird die Künstliche Intelligenz – KI – die Kommunikation beeinflussen? Diese Frage beschäftigt immer mehr Unternehmen. Patrick M. Müller sieht die Vorteile von KI vor allem in der Individualisierung von Content. Er leitet die kreative Agentur DOCMINE in Zürich und doziert an der Schweizerischen Text Akademie Digital Storytelling und Videobooks. Im Gespräch erzählt er uns, was die Digitalisierung für die Aufmerksamkeitsökonomie bedeutet und wie KI die Customer Journey bereichern wird.

Kein Lautsprecher, aber Wortkünstler und Liedermacher

Kein Lautsprecher, aber Wortkünstler und Liedermacher

Was ist ein Multitalent? Jemand, der vieles sehr gut kann. So einer ist Luk von Bergen. Er arbeitete als Radiomoderator und Journalist, spielte als Singer-Songwriter viele Konzerte in der ganzen Deutschschweiz und war Pointenschreiber für «Giacobbo/Müller». Doch eines will er nicht sein: ein Lautsprecher! Einer, der zu allem seine Meinung kundtut. Auch nicht auf Facebook.

Ist Luk von Bergen aus der Zeit gefallen? Weil er nämlich nicht wirklich teilnimmt am täglichen Hype auf Facebook, Instagram oder Twitter?

Dazu hat Luk eine klare Haltung: «Ich finde es beispielsweise krass, wie viele Leute mit der Privatsphäre ihrer Kinder umgehen. Teilweise posten sie ihr frisch geborenes Baby schon kurz nach der Geburt, inklusive «Käseschmiere» (nennt man glaub ich so …). Das finde ich daneben. Ich habe selber zwei Kinder – sie finden auf meinen Timelines nicht statt. Aus Prinzip!»

«Shit chunnt – u Shit geit»

Luk von Bergen ist ein kritischer Geist. Aber auch einer, der sich selber nicht so ernst nimmt – die Dinge akzeptiert, wie sie halt sind. Ganz nach dem Titel eines seiner Songs: «Shit chunnt – u Shit geit». Die Dinge verändern sich – letztlich zum Guten. Ein nachdenklicher Song, den er in Interviews lachend als eine seiner Kummernummern bezeichnet.

Macht sich Luk das Leben einfach? Wohl kaum. Warum sonst hätte er noch ein rund dreijähriges Studium an der Text Akademie / HWZ auf sich genommen? Er, der zuvor als Radiomoderator und -redaktor und als Unterhaltungsleiter die Journalisten-Karriereleiter scheinbar mühelos erklommen hatte: Bei Radio Energy Zürich war er jahrelang eine der Weckstimmen, bei Radio 24 einer der «Ufsteller» – und bei Canal 3 amtete er zuletzt als Moderationsleiter.

Und bei der Text Akademie? Da wusste auch nach drei CAS-Lehrgängen kaum jemand, was der ruhige Mitstudent für eine (Privatradio-) Rampensau war. Es wussten aber alle, dass Luk verdammt gut schreibt. Und wenn Luk doch mal auffiel, dann durch freundliche Originalität und Gelassenheit mit Selbstironie. Genau wie in seinem Lied Käpt’n Schiffbruch:

Mini Schrube isch locker,
i weiss nid, wie lang sie no ma
Wind, Wälle und Wasser
löh mi hie lah stah

Immer wenn i dänke
I heig alles im Griff
Bin i plötzlich wieder Käpt’n
Vo mim sinkändä Schiff

Käpt’n Schiffbruch: auf zu neuen Ufern

Eines Tages merkte Luk, dass seine Radiozeit zu Ende ging. Er wusste, er musste die Segel setzen. Sprich: Den nächsten Karriereschritt wagen.

Nachdem sich Luk das Handwerk des Content Marketings an der Text Akademie / HWZ angeeignet hatte, wechselte er vom Radio zur Kommunikationsagentur RedAct in Glattbrugg. Dort ist er heute Corporate Publisher und schreibt für Unternehmen, Produkte und Dienstleistungen.

Was aber, wenn Luk einen eigenen Text nach Wunsch veröffentlichen dürfte? Dazu wüsste er schon jetzt den Titel: «Wie Paul McCartney und ich die ganze Nacht lang jammten und dazu Rotwein tranken».

Luk von Bergen Song Käptn Schiffbruch aus seinem Album «Planet»:
https://tinyurl.com/y49aes2u

Journalismus 2.0: Wie beeinflussen Chatbots den Online-Journalismus?

Was bewegt die Leserinnen und Leser in den Social Media? Und wie beeinflussen Chatbots den Tages-Journalismus? Wir haben mit zwei Journalisten von suedostschweiz.ch geredet. Mit Nadia Kohler, Leiterin Online, und Claudio Candinas, Head of Social Content Marketing.

Über klassische Modewörter und Chatbots: unsere Lehrgänge zwischen Tradition und Digitalisierung

Newsletter_Portfolio_Januar_1_2019

Präzises Schreiben ist ein Kernthema unserer Professional Writing Workshops. Jährlich begegnen uns dabei neue Modewörter: Wörter also, die aus einer Fachsprache stammen, rasch populär werden – und in der Folge in die Bedeutungslosigkeit abdriften. Zwei dieser Begriffe sind uns 2018 besonders ins Auge gestochen …

«Agil»
Unternehmen strebten 2018 auf jeder Ebene nach «Agilität» – und wer als Manager nicht auf «agile Führungsstrukturen» setzte, war nicht mehr zu retten. Schwieriger ist es, die Wortbedeutung festzulegen. Um den Experten Dominic Lindner zu zitieren: «Agilität ist im Kontext von Unternehmen nicht eindeutig definiert. In nahezu jedem Paper findet man eine neue Definition.»1 Dies tönt nicht wirklich ermutigend.

«Fokus»
Unternehmen nahmen 2018 alles Erdenkliche in den «Fokus». Die einen «fokussierten (sich)» so auf mehr Effizienz, die anderen auf mehr Agilität (s.o.). Dabei ging rasch in Vergessenheit, was «Fokus» bedeutet: nämlich «Brennpunkt» oder «Mittelpunkt ». Für den richtigen Wortgebrauch verweisen wir gerne auf korrekturen.de.2

Unser Thema 2019: Sprache und Digitalisierung

Doch befassen sich unsere Lehrgänge 2019 nicht nur mit klassischen Inhalten, sondern auch mit topaktuellen Themen rund um Web und Digitalisierung. Konkret wird Texten für Chatbots und Künstliche Intelligenz 2019 zum Trendthema der Unternehmenskommunikation.
Darum haben wir uns entschieden,…
› den Professional Writing Workshop ab 2019 um einen fünften Tag zum Thema «Chatbot-Grundlagen» zu verlängern.
› den CAS-Lehrgang Corporate Writer & Design Thinking um den Lerninhalt «Chatbot Producing» zu erweitern.

Unsere Lehrgänge sind also bereit für den digitalen Wandel. Wollen Sie einen ersten Vorgeschmack zu Sprache in Chatbots und sozialen Netzwerken erhalten? – Dann bringen Sie die folgenden Beiträge dieses Newsletters schon jetzt auf den neuesten Stand.

«Die Marke muss in der User Experience unverkennbar entfaltet werden»

«Die Marke muss in der User Experience unverkennbar entfaltet werden»

Im Laden um die Ecke hilft uns eine freundliche Verkäuferin oder ein charmanter Kundenberater beim Einkauf. Online ist der Kunde auf sich allein gestellt. Georg Gadient, Partner bei MADE Identity, erzählt uns, welchen Beitrag hier die UX (User Experience) leistet.

Text Akademie: Weshalb gewinnt die junge Disziplin UX Writing zusehends an Bedeutung?

Georg Gadient: Für viele Unternehmen ist die Website das Zentrum ihrer Kommunikation. Für manche ist sie gar ein essenzieller Verkaufspunkt. Wenn ein Kunde vor dem Computer sitzt und sich ein Produkt online bestellen möchte, steht er vor Hindernissen, die er aus dem Laden nicht kennt. Er muss sich auf der Website zurechtfinden und er soll sich gut aufgehoben fühlen beim Online-Kauf. UX Writing hilft hier. Es unterstützt den User bei der Orientierung und macht das idealerweise in der Sprache des Brands. Das schafft einen wichtigen Beitrag an die User Experience, an die Marke und schliesslich auch an den Verkaufserfolg.

Text Akademie: Welche Bedeutung hat die User Experience für einen Brand?

Georg Gadient: Das hängt ganz davon ab, wie Business-relevant die digitalen Kanäle für die Marke sind. Betrachten wir die Marke Uber – ein Taxidienst, der sich nur über eine App anbietet. Wenn ich mich entscheide, ein Taxi zu buchen, muss das rasch gehen und reibungslos. Das heisst: Meine Erfahrung beim Buchen über die App wird zum direkten Massstab für meine Zufriedenheit. Im Fall von Uber decken sich Nutzererlebnis und Markenerlebnis 1:1. Da der Service so unmittelbar ist, bleibt kaum Raum, eine Markenstory weiter auszubauen. Dementsprechend muss die Eigenständigkeit und Identität der Marke in der UX unverkennbar entfaltet werden – visuell, wie inhaltlich.

Text Akademie: Was zeichnet aus Ihrer Sicht gutes UX Writing aus?

Georg Gadient: Grundsätzlich darf UX Writing kein Ein-Personen-Job sein. Es ist wichtig, dass Designer und UX Writer nah zusammenarbeiten und ihr Ergebnis laufend in Bezug auf die User Journey hinterfragen. Zentral ist auch das Bewusstsein, dass der Job nach dem letzten Punkt nicht fertig ist. Designer und UX Writer müssen kontinuierlich die User Experience bewerten und den ganzen Prozess optimieren – somit auch Inhalt und Design. Testen, lernen, verbessern. Dann nochmals von vorne. Das braucht Biss und Fingerspitzengefühl.