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Choreografie im Leben eines ehemaligen Bankers

Choreografie im Leben eines ehemaligen Bankers

Er will nicht mehr im Finanzwesen arbeiten, er will Tänzer filmen. Hadrien Jean-Richard. Er wagt einen aussergewöhnlichen Karrierewechsel vom Banker zum Social Media Producer. Und entdeckt so eine vergessene Leidenschaft wieder.

Halb zwei Uhr morgens. Das Zürcher Seefeld-Quartier war dunkel. Nur aus Hadrien Jean-Richards Wohnung leuchtete ein Licht. Er hatte Ferien und war online. Hadrien informierte sich auf Bildungsportalen und schaute auf YouTube Videos an – Tanzvideos. Um vier Uhr stiess er auf die Website der Schweizerischen Text Akademie und fing an, Pläne zu schmieden.

Hadrien wollte seinen Beruf wechseln. Aber wie stellte er das am besten an? Eine Weiterbildung absolvieren? Am besten eine, die ihn auf ein komplett anderes Berufsleben vorbereitet: Also startete der ehemalige Sales Manager einer Grossbank seinen Karriere-Weg zum MAS in Corporate Writing & Publishing und zum selbstständigen Fotografen und Video-Produzenten. Beides an der Schweizerischen Text Akademie. Hadrien: «Während der Weiterbildung im CAS Digital Publisher wurde mir bewusst, wie sehr ich es mag, Inhalte zu filmen und zu schreiben. Mein Berufsziel hiess fortan Content Manager, Fotograf und Video-Produzent», erzählt er.

Langfristig binden

Dann lernte Hadrien in einem Fotografie-Seminar in Paris, dass er seine Kreativität an eine langfristige Leidenschaft binden solle! Das hat er auch getan. So ist die vergangene Vorliebe für Breakdance zu einer neu entdeckten Berufsperspektive geworden. Denn er will sich neben seinem Beruf als Content Manager auch als Fotograf auf Tanzanlässe spezialisieren. Aber nicht nur. Denn schon heute übernimmt er Film- und Editing-Projekte für ein Schweizer Orchester. «Es ist fantastisch, meinen Tag dem zu widmen, was mir so viel Freude macht», schwärmt Jean-Richard.

Breakdance hat er also zu seinem kreativen Pol gemacht. Hadrien schleift an Breakdance-Battles an seinem Talent fürs Filmen und Fotografieren. Von nun an schaut er ein Breakdance-Video auf YouTube mit anderen Augen an: Aus welcher Perspektive hat wohl der Kameramann gefilmt? Wie haben die Veranstalter die Tanzfläche ausgeleuchtet? Oder in welchem Takt ist das Video geschnitten? Hadrien weiss nun, wie viel Arbeit in einem Breakdance-Video steckt, wenn er um vier Uhr morgens mit Schneiden seines neusten Breakdance-Videos beginnt.

Der Schutz unseres Landes liegt in ihren Händen

Der Schutz unseres Landes liegt in ihren Händen

Jede Marke braucht ihren Schutz – auch unser Land. Barbara Mögli schreibt für den Schutz der Marke «Schweiz». Ihre Arbeit fordert enormes Fingerspitzengefühl; und offenbart ihr unbekannte Wünsche.

«Der Schutz unseres Landes liegt in ihren Händen!» Das klingt dramatisch, aber es stimmt – bei genauer Betrachtung. Denn: Barbara Mögli arbeitet als Kommunikationsfachfrau im Eidgenössischen Institut für Geistiges Eigentum (IGE) in Bern. Ihre Arbeit umfasst nicht nur die Marke «Schweiz». Das IGE ist die zentrale Anlaufstelle des Bundes für alle Fragen zu Patenten, Marken, Herkunftsangaben, Designschutz und Urheberrecht. Kurz: Barbara Möglis Arbeit dient dem Wohle der Idee. Damit jeder wertvolle Gedanke auch seinen Wert behält.

Ein Sprachprofi im Institut

Welche Idee muss Barbara Mögli momentan besonders gut schützen? Die «Swissness». Das ist eine Gesetzesvorlage zum besseren Schutz der Marke «Schweiz» gegen Trittbrettfahrer und Markenmissbrauch. Der Begriff «Gesetzesvorlage» verdeutlicht, dass ihre Texte eindeutig und klar formuliert sein müssen: «Ich achte sehr darauf, nicht floskelhaft zu schreiben, und nicht zu viele Fachbegriffe zu verwenden», erzählt die Schreibwerkstatt-Absolventin. Sie hat das nötige Fingerspitzengefühl fürs Schreiben gelernt; ihre Fähigkeit als Corporate Writer steht demnach ausser Frage. Aber sie musste ihr sprachliches Können vor wenigen Monaten unter Beweis stellen.

Junge Piraten und unbekannte Wünsche

Hörtexte waren bis vor Kurzem noch Neuland für Barbara Mögli. Sie stand vor einer schwierigen Aufgabe: Wie schreibt sie einen glaubwürdigen Dialog für ein Hörspiel? Das Hörspiel handelt vom Alltag einer gewöhnlichen Familie und will Jugendliche im Rahmen einer Sonderausstellung zu den Themen Markenfälschung und Markenpiraterie sensibilisieren. Das Schwierige an dieser Aufgabe: Barbara Mögli muss die Meinungen mehrerer Menschen in einem Dialog verdichten. Das ist nicht einfach! Beinahe schon wie ein Schachspiel gegen sich selbst. Aber ein Profi weiss sich zu helfen: «Ich habe das Hörspiel in meiner Muttersprache Berndeutsch geschrieben. Nur so gelang es mir, ein authentisches Gesprächs-Ping-Pong zu inszenieren: schnelle Antworten, stimmige Widerreden, witzige Pointen.»

Das Hörspiel ist für sie eine Herausforderung gewesen. Nun aber wünscht sie sich noch mehr davon. Mehr Hörtexte, die im Tonstudio von Profi-Sprechern zum Leben erweckt werden. Ihr gefällt am Hörtextschreiben das rasche Denken, das Vorbereiten der Pointen im Kopf. Wer weiss: Vielleicht hören wir bald ein Hörspiel, in dem es um den Markenschutz unserer Nation geht. Geschrieben und inszeniert von Barbara Mögli.

Schweizerische Text Akademie. Porträt: Ralph Kohler, 8. April 2016

Portrait: Die Gesichter des Betriebs

Portrait: Die Gesichter des Betriebs

Sie hört ihren Kolleginnen und Kollegen bei der Arbeit gerne zu und schreibt mit. Als Corporate Writerin erzählt Nathalie Zulauf teils unausgesprochene Geschichten. Und verleiht dem Betrieb ein Gesicht.

Das GA liegt auf der Ablage im Zugsabteil; so muss sie der Kondukteur beim Lesen nicht stören. In Nathalie Zulaufs Ohren stecken Kopfhörer, die Beine hat sie übereinandergeschlagen. Auf ihrem Schoss liegt ein aufgeklapptes Buch. «40 Rosen» von Thomas Hürlimann. Sie mag diese Geschichte. Sie handelt von einer junge Frau, die eine begabte Pianistin wäre, aber jemand anders sein will: nämlich die Ehefrau eines Politikers.

Dieser Roman zeigt, welche inneren Konflikte die Menschen austragen müssen und was sie sich wünschen. Solche Storys machen nicht nur Nathalie Zulaufs tägliche 40-minütige Zugreise interessant. Sie bieten ihr auch Inspiration für ihre Arbeit am Mitarbeitermagazin. Sie ist Communication Manager und leitet die Produktion des Magazins. In ihrem Job schreibt sie täglich – Portraits, Berichte, Interviews. Hauptsächlich über ihre Kolleginnen und Kollegen: «Ich liebe es, über Menschen zu schreiben. Unsere eigenen Geschichten zeigen uns, wer wir wirklich sind», schwärmt sie.

Was den Chef beschäftigt

Wie verbringt der Werkleiter seine Freizeit? Oder mit welchen Problemen sieht sich der Abteilungsleiter der Buchhaltung konfrontiert? Nathalie verleiht dem Unternehmen eine menschliche Seite, zeigt Nähe und macht die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Grosskonzerns gegenseitig bekannt. Sie erzählt einzigartige Geschichten, die die Menschen und letztlich auch den gesamten Betrieb ausmachen. Denn ohne Geschichten über die Menschen, die das Unternehmen prägen, ist der Betrieb doch nur ein leeres Gebäude.

Zuhören muss gelernt sein

Seit zwei Jahren arbeitet Nathalie Zulauf nun für das Mitarbeitermagazin. Angefangen hat sie als Praktikantin, dann wurde sie Assistentin der Kommunikationschefin und nun ist sie Communications Managerin. Eine ihrer vielen Aufgaben ist die Überwachung der Produktion des Magazins. Ihrem Blick entgeht nichts, sie weiss, was sie will und was zu tun ist. Diese Beharrlichkeit hat sie sich erarbeitet – im Studium, im Ausland, in ihrer 15-jährigen Berufserfahrung. Diese Zeit hat Nathalie Zulauf weiterentwickelt, sie das nötige Feingefühl gelehrt. Denn so beharrlich, wie sie heute in ihrem Job als Projektleiterin ist, so einfühlsam schreibt sie über die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Was wird Nathalie Zulauf wohl in fünf Jahren machen? «Das sehe ich dann in fünf Jahren», lächelt sie. Vielleicht wird sie sich als Absolventin des Studiengangs CAS Corporate Writer in Zukunft redaktionell mehr beim Mitarbeitermagazin einbringen – mit Reportagen oder Kolumnen. Wer weiss. Sie geniesst jedenfalls die Kreativität, die ihr jetziger Job bringt. Und sie schätzt dessen Routine, der sie so beharrlich folgt. Deshalb freut sie sich jeden Morgen auf die 40-Minuten-Zugfahrt mit Büchern und Geschichten.

Kommunikation – ein Schmuckstück

Kommunikation – ein Schmuckstück

Das Postauto schlängelt sich die steile Passstrasse hoch. Kommt ihm ein Auto entgegen, wird es eng. Eng wird es auch für Schreibwerkstatt-Absolventin Yvonne Hirt, wenn der Fahrplanwechsel ansteht und sie zudem Schmuck für Weihnachten fertigstellen muss.

Yvonne Hirt ist Leiterin Marketing-Kommunikation bei der PostAuto Schweiz AG. Zuständig für die Regionen Zürich und Zentralschweiz. Sie steuert zwar kein Postauto, dafür die Kommunikationsinstrumente der PostAuto AG. Sie schreibt für das Kunden- und Mitarbeitermagazin, plant die Werbung in den Fahrzeugen und kümmert sich um die Website.

Jubiläum bei der Post

Dass Yvonne Hirt ihren Job mag, belegt die Tatsache, dass sie seit nun bald 25 Jahren bei der Post tätig ist. Sie hat verschiedene Abteilungen gesehen, weiss bestens über das Unternehmen Bescheid. Ist ihr Wissen auch ihr Erfolgsgeheimnis? Es scheint so. Denn: Je mehr man über ein Unternehmen weiss, desto besser kann man darüber schreiben. Ein solides Wissen ist das Fundament eines jeden Textes.

Yvonne Hirt ist also nicht nur Marketingleiterin, sondern auch Unternehmensjournalistin. Sie sucht die Storys, verbreitet diese an die Leserschaft und arbeitet nach den journalistischen Standards. Dabei achtet sie strikt auf die Leserfreundlichkeit. Benutzt kurze Sätze, vermeidet Ausschweifungen und schreibt präzise. Regeln, die sie unter anderen in der Schreibwerkstatt gelernt hat. Obwohl: Präzision ist für Yvonne Hirt nichts Neues. Die kennt sie bereits von ihrem Hobby.

Kommunikation ist Silber, Schweigen ist Gold

In ihrer Freizeit designt Yvonne Hirt Silberschmuck. Filigrane Ringe, grobe Anhänger für Halsketten oder Ohrringe in Kaffeebohnen-Form. Woher holt sie sich ihre Inspiration? Vor allem aus der Natur. Ihr Kreationsmotto: Mach einen Spaziergang. Saug alles auf, was du siehst. Und plötzlich erinnert die Rinde eines Baumes an ein Wellenmuster. Und schon steht das nächste Motiv fest: ein Ring mit wellenartigen Linien.

Es ist klar, dass Yvonne Hirt der Redewendung «Reden ist Silber, Schweigen ist Gold» nicht viel abgewinnt. Für sie ist kommunizieren wichtiger als schweigen. Sie erklärt auch, warum. «Für die Menschen sind die Hintergrundgeschichten eines Unternehmens wichtig. Sie wollen verstehen. Hinter die Kulissen schauen. Daher muss ein Unternehmen kommunizieren», meint Yvonne Hirt. Für sie ist Silber wichtiger als Gold. Als Schmuckdesignerin, wenn es um Ringe und Anhänger geht. Und im Beruf, wenn mehr kommuniziert werden soll als bloss der Fahrplanwechsel. Denn mit Schweigen fährt eine Marketingleiterin der PostAuto AG nicht gut.

Erstveröffentlichung: 12.12.2013

Executive Mathias Held: In der digitalen Welt Kontakte knüpfen, in der physischen Welt Kontakte pflegen

Die digitale Welt bietet einige hilfreiche Eigenschaften, die dem Marketing zugutekommen. Eine davon: Die Unternehmen erweitern mühelos ihr Netzwerk. Aber die Pflege der Kontakte muss in der physischen Welt geschehen. Zum Beispiel bei Events. Mathias Held ist Marketingleiter bei DER KREIS, der Verbundgruppe für Küchenspezialisten. Wie er Events fürs eigene Marketing einsetzt, erzählt er uns im Interview.