Laufbahnberatung gegen Arbeitslosigkeit

Laufbahnberatung gegen Arbeitslosigkeit

Ist eine Berufskarriere heute noch planbar? Sicher ist: Heute sind wir alle von Jobverlust und Arbeitslosigkeit bedroht. Ein sicheres Mittel dagegen ist eine professionelle Laufbahnberatung. Die Stiftung Text Akademie bietet allen Studentinnen und Studenten eine umfassende Beratung beim bekannten Laufbahncoach Daniel Sager. Die Akademie übernimmt die Kosten!

Text Akademie: Daniel Sager, weshalb ist eine Laufbahnberatung heute das Wichtigste im Arbeitsleben?

Daniel Sager: Nur wenn wir genau wissen, wo unsere Stärken und Schwächen liegen, können wir auf den stetigen Wandel der Wirtschaft rasch und richtig reagieren. Diese Wandlungsfähigkeit ist heutzutage eine entscheidende Kompetenz.

Die meisten von uns investieren viel Zeit in die Planung unserer Ferien und unserer Hobbies. Aber es fällt uns schwer, unser Berufsleben zu planen. Wieso kontaktieren wir nicht periodisch einen Laufbahncoach für eine Standortbestimmung? Dort konfrontieren wir uns mit folgenden drei Fragen:

«Ist es Zeit für einen Schritt nach oben?»,
«Ist es Zeit für eine Anpassung meines Arbeitsstils?» oder
«Ist es Zeit zu gehen?».

Text Akademie: Was ist der häufigste Fehler, den Berufstätige bei der Neuorientierung machen?

Daniel Sager: Viele Berufstätige sind ungeduldig und nehmen gerne Abkürzungen. So versuchen sie, einige Phasen bei der beruflichen Neuorientierung zu überspringen. Das funktioniert jedoch nicht. Als Konsequenz von solchen vermeintlichen Abkürzungen sind die Ergebnisse unbefriedigend. Sprich: Das Resultat ist bloss die nächste berufliche Warteschleife.

Text Akademie: Welche Tipps geben Sie Ihren Mandantinnen und Mandanten, was das Wording im Lebenslauf anbelangt?

Daniel Sager: Der Lebenslauf beinhaltet Zahlen, Daten und Fakten zum Werdegang einer Person. Er bildet bis heute das Herzstück einer Bewerbung. Denn diesem Dokument schreiben die Personalverantwortlichen den grössten Wahrheitsgehalt in den Bewerbungsunterlagen zu. Viele Bewerberinnen und Bewerber verwenden einen generischen, das heisst einen allgemeingültigen Lebenslauf, den sie jeder Bewerbung beilegen können – das spart Zeit, hat aber wenig Wirkung.

Ich empfehle, den Lebenslauf mit individualisierten Textabschnitten auszustatten. Also Texte, die speziell für das entsprechende Stellenangebot neu verfasst werden. Damit meine ich konkret je einen Abschnitt zu folgenden zwei Themen: «Kurzprofil» und «Zielvorstellung».

In einem Kurzprofil fasst man seine relevanten Berufserfahrungen zusammen, perfekt auf die neue Stelle bezogen. Und in der Zielvorstellung definiert man in maximal drei Sätzen, was man von der angestrebten zukünftigen Stelle in seinem Wunschunternehmen erwartet.

Diese zwei aussagekräftigen Abschnitte «Kurzprofil» und «Zielvorstellung» wirken wie eine Art Versprechen als Blickfang oder Teaser für den 30-Sekunden-Leser.

Text Akademie: Sie führen mit allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Professional Writing Workshop in Luzern ein persönliches Standortgespräch, das rund einen halben Tag dauert. Wie gehen Sie dabei vor?

Daniel Sager: In einem Standortgespräch visualisieren wir zuerst das aktuelle persönliche «Geschäftsmodell». Geschäftsmodell heisst in diesem Fall, die geplante Vorgehensweise, um eine sichere und erfüllende Tätigkeit zu behalten oder neu zu finden.

Dann analysieren wir, wo die Schwierigkeiten und Entwicklungspotenziale sind. Anschliessend besprechen wir mögliche Massnahmen. Nach dem Gespräch wird in Eigenarbeit detailliert eine persönliche Strategie entwickelt.

Text Akademie: Warum ist Storytelling in heutigen Bewerbungen wichtig?

Daniel Sager: Viele Berufstätige scheitern daran, die Macht von Storytelling in eigener Sache zu nutzen. Das heisst: Wenn wir eine Story schreiben, dann schreiben wir sie oft schlecht. Die meisten Zuhörer steigen sofort aus, wenn jemand seinen Werdegang miserabel erzählt – womöglich nur eine Liste von Firmen und Tätigkeiten aufzählt.

Vielmehr möchten wir doch alle hören, dass sich das Leben wie eine gute Geschichte ganz natürlich entfaltet.

Text Akademie: Was ist ein «Cappuccino Worker»?

Daniel Sager: Das Arbeitsmodell «Cappuccino Worker» passt für eine zunehmende Zahl von Berufstätigen. Weil es keine sicheren Jobs mehr gibt, denken viele Erwerbstätige über Alternativen nach.

Mit einem Job-Mix kann man die Abhängigkeit von einem einzigen Arbeitgeber reduzieren und die Lebensqualität steigern. Cappuccino Worker haben verschiedene Jobs bei verschiedenen Auftraggebern. Für eine Texterin bleibt z.B. neben einer Teilzeitstelle Zeit für die Organisation von Kunst-Events und für die Betreuung einer Kunstsammlung.

Wer sich seine Aufgaben selbst organisiert, braucht viel Zeit zum beruflichen Netzwerken, denn oft werden Aufträge über den informellen Weg vergeben. Letztlich muss sich ein Cappuccino Worker sehr gut organisieren. Gerade auch für seine Familie und für die Freizeit.

www.danielsager.ch

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