Ab wann ist man eigentlich ein Corporate Writer?

Ab wann ist man eigentlich ein Corporate Writer?

Das Handwerk des Corporate Writer ist ein Beruf, in den man hineinwachsen muss. Viele entdecken erst im Lauf ihrer Karriere den Wunsch, sich ganz dem Schreiben zu widmen. Den Zeitpunkt, wann sie Corporate Writer sind, bestimmen sie selbst. Wie Anton Neuenschwander.

Anton Neuenschwander entschied sich vor sechzehn Jahren, sein eigenes Texterbüro zu eröffnen. Mutig behauptete er, Corporate Writer zu sein, und schrieb drauflos. «Das klappte sehr gut», schmunzelt er. Natürlich ist eine Ader für gutes Texten und Konzipieren die eigentliche Grundvoraussetzung, um als Texter erfolgreich zu sein. Dieses Talent haben ihm seine Eltern zweifellos in die Wiege gelegt – er gewann im Jahr 2003 den Swiss Text Award.

Aber genügt Talent? Mit Talent alleine ist es nicht getan. Dessen war sich Anton Neuenschwander auch bewusst. Erst durch seine Tätigkeit in einer Werbeagentur sowie mit der Ausbildung zum CAS Corporate Writer (PR-Redaktor) hat er seinen Sprachsinn vollends geschärft: «Ich achte seit meiner Ausbildung viel aufmerksamer und systematischer auf die Verständlichkeit meiner Texte», so Neuenschwander.

Die Ausbildung und das Buch «Schreiben und Redigieren – auf den Punkt gebracht», halfen ihm, die Schreibregeln zu verinnerlichen. Heute empfindet er sein Wissen als eine Art geistiges Texter-Betriebssystem. Ähnlich wie beim PC verrichtet es automatisch im Hintergrund seinen Dienst und sorgt für saubere Texte. Das Resultat? Seine gelungenen Texte. Und natürlich die positiven Reaktionen seiner Kunden. Dafür lohnt sich jede Silbe.

Es läuft in Antons Berufsleben also rund. Aber wie sieht seine Zukunft aus? Er interessiert sich für die Medien, für Videoproduktionen besonders. Im Filmen möchte sich Anton Neuenschwander weiterbilden. Denn in Videoclips liegt die Zukunft vom Publishing. «Ausgelernt hat man nie. Videoclips werden immer beliebter und bieten zahlreiche Möglichkeiten für die schnelle Kommunikation. Da muss man auf dem Laufenden bleiben», meint er. Wie wahr.

Vielleicht ist es bei einem guten Text ähnlich wie bei einem Gemälde: Der Text ist zwar nah an der Vollendung, jedoch nie wirklich vollendet. Durch die nötige Ausbildung, genügend Erfahrung und eine grosse Portion Leidenschaft kommt man diesem Ideal als Corporate Writer trotzdem ziemlich nahe. Das zeigt uns das Beispiel von Anton Neuenschwander. Der, der plötzlich anfing zu schreiben. Und erfolgreich war.

Porträt Schweizerische Text Akademie, 04.06.2015

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