Schweizerische Text Akademie Posts

Executive Jörn Skerswetat: Auch ein Chatbot braucht Hilfe

Ist ein Chatbot ein einsamer Einzelkämpfer, der 24 Stunden am Tag alle unsere Kommunikationsprobleme löst? Die Antwort ist nein. Auch ein Chatbot braucht Hilfe. Ein Chatbot zeigt seinen grössten Mehrwert, wenn er in die gesamte Unternehmensstruktur integriert ist. Sprich: Wenn er mit Live-Chat- und Telefon-Systemen zusammenarbeitet.

Wie wir am besten Chatbots fürs Unternehmen einsetzen, das weiss Jörn Skerswetat. Er ist Head of Digital Experience bei der PIDAS AG und doziert Chatbot Producing an der Text Akademie. Im Gespräch erzählt er uns, weshalb Chatbots nützen und was bei ihrer Integration schieflaufen kann.

Lea Matea Batt: «Wir sind bereit, mit Chatbots zu reden»

Gemäss Lea Matea Batt, Projektleiterin Innovationen der Destination Davos Klosters, steigt die Bereitschaft der User, mit Chatbots zu kommunizieren. Das bedeutet, dass Unternehmen vermehrt auf Künstliche Intelligenz in der Corporate Communication setzen können. Und dass Texterinnen und Texter ihre Repertoir um die Schreibkompetenz «Chatbot-Texten» erweitern müssen.

Markus Gabriel: «Content Marketing ist der Königsausweg aus der Werbung.»

Durch die voranschreitende Digitalisierung der Medien haben wir die Möglichkeit, Werbung und andere ungewollte Inhalte wegzuschalten. Das bedeutet, dass gute Inhalte eine immer wichtigere Rolle in der Corporate Communication spielen werden. Markus Gabriel ist Gründer und Geschäftsführer der Content-Marketing-Agentur Angelink AG in Zürich. Er hat jahrelange Erfahrung als Werber namhafter Agenturen wie McCann-Erickson, Wirz oder Advico. Heute weiss er: Klassische Werbung wird zukünftig vor grossen Problemen stehen. Die Lösung heisst Content Marketing.

Kreativität braucht Freiraum

Kreativität braucht Freiraum

«Es könnte gut sein, dass das Schreiben die eigentliche Ausdrucksform meiner Kreativität ist», sagt Yanne Balzer. So genau lässt sich das gar nicht sagen, denn eine Reduktion auf das Schreiben würde ihr bei Weitem nicht gerecht.

Selbst die Auswahl ihrer Reiseziele ist für Yanne Balzer ein künstlerischer, fast schon mystischer Akt. Aus einer Sammlung von Gehörtem und Gesehenem leitet sie ihre Ziele ab, um sich dann wiederum fotografisch auszudrücken. Die Künste begleiten die Schreibwerkstatt-Absolventin schon ihr ganzes Leben. Sei es am Theater, in grafischen Werkstätten, in einer Kunstgalerie oder in der Musik-, Event- und Medienbranche. Sie traf auf Persönlichkeiten wie Snoop Dogg oder den legendären Paul Bowles, mit dem sie eine wundervolle Zeit verbringen durfte. Als Tour-Managerin war sie mitverantwortlich für den Durchbruch von Künstlern wie zum Beispiel Coldplay.

Von der Notlösung zum Kult

Besonders prägend waren für Yanne Balzer jedoch die Gründerjahre beim VIVA-Musikfernsehen. «Völlig ins kalte Wasser geschmissen, fabrizierten wir so hübsche kleine Kurzfilme», erzählt sie. Das Ziel war allen klar, doch der Weg war jedem selber überlassen. Es gab wenig Hierarchie, dafür umso mehr Energie. Nur so konnten sich Dinge, die eigentlich aus der Not geboren wurden, zum regelrechten Kult entwickeln. Zum Beispiel die verfärbte Wackelkamera. Diese freie Art zu denken und zu arbeiten konnte sich die Kölnerin bewahren.

Heute ist Yanne Balzer Leiterin der Fachstelle Lehre an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK). In ihrer dortigen Schnittstellenfunktion zwischen fünf verschiedenen Departementen und Kulturen widerspiegeln sich all ihre bisherigen Erfahrungen auf wunderbare Weise. Wichtig ist ihr die «Beweglichkeit», also der interdisziplinäre Austausch ihrer Studenten.

Egal was man schreibt, es ist immer ein kreativer Prozess

Doch was sind die Bedingungen, um überhaupt kreativ zu sein? Yanne Balzer weiss, Kreativität braucht Freiraum und Kontinuität. Letzteres lernte sie bereits früh durch das tägliche Klavierüben. Den Freiraum schafft sie sich selber. «Ich nehme mir die Freiheit, bereits am Freitag ins Wochenende einzusteigen, damit Raum für mein eigenes Schreiben bleibt», verrät sie. Früher schrieb sie Poesie, heute ist es Fiction. Oder eben eine Mischung aus beidem, kombiniert mit einem «magischen» Hang zum Realismus.

Auf ihre Zukunftspläne angesprochen, anwortet Yanne Balzer mit typisch rheinischem Frohsinn, dessen Begleiter stets der rheinische Fatalismus sei: «Et kütt, wie et kütt.»

Choreografie im Leben eines ehemaligen Bankers

Choreografie im Leben eines ehemaligen Bankers

Er will nicht mehr im Finanzwesen arbeiten, er will Tänzer filmen. Hadrien Jean-Richard. Er wagt einen aussergewöhnlichen Karrierewechsel vom Banker zum Social Media Producer. Und entdeckt so eine vergessene Leidenschaft wieder.

Halb zwei Uhr morgens. Das Zürcher Seefeld-Quartier war dunkel. Nur aus Hadrien Jean-Richards Wohnung leuchtete ein Licht. Er hatte Ferien und war online. Hadrien informierte sich auf Bildungsportalen und schaute auf YouTube Videos an – Tanzvideos. Um vier Uhr stiess er auf die Website der Schweizerischen Text Akademie und fing an, Pläne zu schmieden.

Hadrien wollte seinen Beruf wechseln. Aber wie stellte er das am besten an? Eine Weiterbildung absolvieren? Am besten eine, die ihn auf ein komplett anderes Berufsleben vorbereitet: Also startete der ehemalige Sales Manager einer Grossbank seinen Karriere-Weg zum MAS in Corporate Writing & Publishing und zum selbstständigen Fotografen und Video-Produzenten. Beides an der Schweizerischen Text Akademie. Hadrien: «Während der Weiterbildung im CAS Digital Publisher wurde mir bewusst, wie sehr ich es mag, Inhalte zu filmen und zu schreiben. Mein Berufsziel hiess fortan Content Manager, Fotograf und Video-Produzent», erzählt er.

Langfristig binden

Dann lernte Hadrien in einem Fotografie-Seminar in Paris, dass er seine Kreativität an eine langfristige Leidenschaft binden solle! Das hat er auch getan. So ist die vergangene Vorliebe für Breakdance zu einer neu entdeckten Berufsperspektive geworden. Denn er will sich neben seinem Beruf als Content Manager auch als Fotograf auf Tanzanlässe spezialisieren. Aber nicht nur. Denn schon heute übernimmt er Film- und Editing-Projekte für ein Schweizer Orchester. «Es ist fantastisch, meinen Tag dem zu widmen, was mir so viel Freude macht», schwärmt Jean-Richard.

Breakdance hat er also zu seinem kreativen Pol gemacht. Hadrien schleift an Breakdance-Battles an seinem Talent fürs Filmen und Fotografieren. Von nun an schaut er ein Breakdance-Video auf YouTube mit anderen Augen an: Aus welcher Perspektive hat wohl der Kameramann gefilmt? Wie haben die Veranstalter die Tanzfläche ausgeleuchtet? Oder in welchem Takt ist das Video geschnitten? Hadrien weiss nun, wie viel Arbeit in einem Breakdance-Video steckt, wenn er um vier Uhr morgens mit Schneiden seines neusten Breakdance-Videos beginnt.