Dank Terror zum Doktortitel

Dank Terror zum Doktortitel

Wie berichten Medien über Terroristen und ihre Bombenanschläge? Eine, die es genau wissen muss, ist Bernadette Linder. Sie hat darüber ihre Dissertation geschrieben.

Wie jung darf eine Doktorandin sein? Als Bernadette Linder den Titel «Mag. Dr.» erhalten hat, war sie gerade mal 26 Jahre alt. Hatte ein abgeschlossenes Studium in Politik- und Geschichtswissenschaften hinter sich. Ihre Dissertation lautet: «Terror in der Medienberichterstattung». Ihre Arbeit handelt vom Journalismus. Und den von Land zu Land unterschiedlichen Berichterstattungen zum Thema «Terrorismus».

Bernadette Linder findet die Medien faszinierend. Schon als Kind hat sie die Nachrichtensendungen geliebt. «Ich habe mich früher besonders für die politischen Themen – deren Inszenierung – interessiert», schwärmt Bernadette Linder. Seit dem 11. September 2001 – seit dem Anschlag auf das World Trade Center in den USA – ist das anders: Der Terrorismus hat ihre Aufmerksamkeit geweckt. Seither fragt sie sich: weshalb diese Gewalt, Angst und dieser Schrecken? Diese Frage hat sie nicht mehr losgelassen. Sie wollte mehr darüber wissen und verstehen, wie solche politisch-religiösen Eskalationen passieren können. Verstehen, was einen Menschen dazu antreibt, sich und andere in die Luft zu sprengen.

Grund für ihre Doktorarbeit sei auch eine Rede des amerikanischen Präsidenten George W. Bush gewesen. Bernadette Linder: «Bush hatte dem arabischen Nachrichtensender Al Jazeera vorgeworfen, das Sprachrohr des Terrorismus zu sein. Das habe ich in meiner Arbeit analysiert. Die Analyse ergab, dass der TV-Sender Al Jazeera sich bemühte, objektiv zu berichten. Beim amerikanischen TV-Sender CNN waren die Berichte nicht immer objektiv gehalten.»

Nach der Doktorarbeit der Traumjob?

Ihren Traumjob, über Kriege zu berichten, hat sie aber noch nicht verwirklicht. Sie weiss, dass gute Kriegsberichterstattung vor Ort passieren muss. «Ich müsste ein paar kräftige Bodyguards ins Krisengebiet mitnehmen, denn als Frau lebt man dort besonders gefährlich», sagt sie. Darum verfasst Bernadette Linder lieber Texte und Berichte für Unternehmen. Dies ist auch der Grund, wieso sie die Schreibwerkstatt besucht hat. Sie erklärt augenzwinkernd: «Ich redigiere lieber Texte in der Verständlichkeitskrise. Befreie die Texte von überflüssigen Wörtern und Missverständnissen. Denn Sätze sollen sich nicht gegenseitig bekriegen.»

Portrait Nora Haider / Erstveröffentlichung: 17.10.2013

Keine Kommentare

Kommentar verfassen

Wir bitten Sie, höflich und sachbezogen zu bleiben.
Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht und nicht weitergegeben. mit * markierte Felder sind zwingend auszufüllen.