Diana Busch: Vom Stamm der Textindianer

Diana Busch: Vom Stamm der Textindianer

Wer sucht, der findet. So wie die Textindianerin Diana Busch. In den letzten zehn Jahren suchte die selbstständige Texterin und Autorin Wissen – über die deutsche Sprache, über Textsorten und über die Bedeutung von guter Corporate Communication. Und sie jagt immer noch das richtige Wort.

«Der Unterschied zwischen dem richtigen Wort und dem beinahe richtigen Wort ist derselbe wie zwischen dem Blitz und dem Glühwürmchen.» Das hat Mark Twain gesagt. Diese (Indianer-)Weisheit steht auf Diana Buschs Website www.textindianer.ch. Doch was haben Indianer mit dem richtigen Wort zu tun? Was auf den ersten Blick beinahe widersprüchlich erscheint, macht bei genauerem Hinsehen durchaus Sinn. Denn: Diana Busch ist eine Fährtenleserin und jagt nach dem richtigen Wort. Ihre Beute sind gute Texte, an die sie sich in alter Indianermanier heranpirscht.

«Wer Fährten liest, sollte am besten entspannt sein. Beim Schreiben gilt das genauso», sagt sie und lebt es auch. Denn Diana ist neben ihrer Arbeit als selbstständige Texterin auch ausgebildete Yogalehrerin. Vielleicht braucht sie beides: die innere Ruhe für die Konzentration und den Biss und die Freude am Fährtenlesen und an der Jagd – für hektische Arbeitstage. Weil hektische Arbeitstage bei jeder selbstständigen Tätigkeit nicht wegzudenken sind.

Ein märchenhafter Start in die Welt der Worte

Ihre Leidenschaft für das Schreiben entdeckte Diana auf buchstäblich märchenhafte Weise. Sie durfte im Deutschunterricht das Ende eines Märchens erfinden. Das machte ihr so viel Spass, dass sie sich später für die Schülerzeitung engagierte. Die Freude an Worten hielt an – bis heute.

Am liebsten schreibt Diana Busch Reportagen. «Die Königsdisziplin», wie sie sagt. Gerade diese Textsorte erlaubt es, den Leser auf eine Reise mitzunehmen. Ihn in eine Geschichte einzubeziehen, ihn das Erlebte hautnah spüren zu lassen und ihn emotional zu fesseln.

Obwohl die Reportage ihre Lieblingstextsorte ist, gefällt ihr besonders die Abwechslung von Textsorten und Themen. Die Vielfalt der Texte in ihrem Beruf macht den besonderen Reiz aus. Sie mag es, jeden Tag überrascht zu werden, was auf ihrem Schreibtisch landet.

Texter sind im Fluss

Was unternimmt Diana, wenn auf ihrem Schreibtisch ein Textauftrag liegt? Sie geht ganz klassisch vor: Sie beantwortet alle W-Fragen und entwickelt auf dieser Grundlage ihre Textstrategie. Darin stehen auch die Kernaussagen des Textes. Das sei schon die halbe Miete, findet sie.

Gibt es trotzdem einen Schreibstau, lüftet die Textindianerin Diana Busch ihren Kopf bei einem Spaziergang an der Aare, streichelt ihre Katze oder trinkt Cappuccino. «Den Gedanken muss man auch mal erlauben zu wandern», meint sie. «Dann kommt der Schreibfluss von selbst wieder.» Ein schöner und einleuchtender Gedanke. Denn «verkrampft» und «festgebissen» sind wir alle nicht mehr im Fluss.

Schweizerische Text Akademie: 8.10.2015

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