Aus dem Leben eines Corporate Writers: Ein Secondo verschreibt sich dem Deutsch

Aus dem Leben eines Corporate Writers: Ein Secondo verschreibt sich dem Deutsch

«Fabrizio! Vieni a mangiare!», schreit Mamma. Fabrizio stürmt die Treppe hoch, direkt an den Esstisch. Es gibt Spaghetti und – Rivella! Was für ein Durcheinander. Ein etwas untypisches Menü für einen gebürtigen Italiener. Er ist auch in einer untypischen Ortschaft aufgewachsen – im Bergdorf Klosters. Seine Eltern haben mit ihm italienisch gesprochen, seine Lehrer deutsch. Das ist nicht immer einfach gewesen. Wegen den Missverständnissen.

Seine Kameraden wussten nie genau, was Fabrizio ihnen sagen wollte. Beim Fussballspiel, wenn er frei stand und seinen wohl verdienten Pass einforderte. Oder bei Räuber und Poli, wenn er den anderen Kindern Hinweise zu den Räubern zurief. Die Pässe blieben aus, die Räuber versteckt. Fabrizio war das Missverständnis leid. Er verschrieb sich – angetrieben von seinem Ehrgeiz – der deutschen Sprache. Das Erklimmen der Karriere-Stufen begann.

Die erste Stufe war das PR-Praktikum beim Kurverein St. Moritz. Kurdirektor und Tourismus-Ikone Dr. Hanspeter Danuser nahm Fabrizio damals unter seine Fittiche. «Er hat mich in meiner Arbeit gestärkt und geprägt. Von ihm weiss ich mehr, als nur die Kommaregeln», schwärmt Fabrizio. Sechs Jahre lang hat er Medienmitteilungen geschrieben, hat Websites redigiert und ist vom PR-Assistenten zum PR-Leiter aufgestiegen. Kurze Zeit darauf wurde er Mitglied der Geschäftsleitung. 2006 wagte Fabrizio den Sprung in die Selbstständigkeit.

Die Selbstständigkeit hat ihm ermöglicht, seine Projekte selbst zu koordinieren, zu planen und den redaktionellen Teil dazu beizutragen. Sein eigenes kleines Unternehmen hat Fabrizio das Mandat bei der Spot Werbung gebracht, wo er heute Leiter Public Relations, Text und Online Marketing ist. Zudem ist er Redaktor fürs Magazin über den alpinen Lifestyle – “Bianco“.

Heute hat niemand mehr Schwierigkeiten, Fabrizio zu verstehen. Im Gegenteil: Fabrizio gibt Auskunft darüber, wie man selber besser verstanden wird. Er ist Prüfungsexperte im Studiengang CAS Corporate Writer (PR-Redaktor). Ist Fabrizio auf der obersten Karriere-Stufe angekommen? Aus dem einst missverstandenen Kind mit Akzent ist jedenfalls ein erfolgreicher Experte der deutschen Sprache geworden. Von Problemen in der Verständigung ist nichts mehr vorhanden. Heute kommen die Pässe bei Fabrizio an, wenn er mit seiner Eishockey-Mannschaft Tore jagt. «Andiamo ragazzi! Siegen wir für Klosters!»

 

Redaktion: R. Kohler / Erstveröffentlichung: 16.05.2012

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