In Windeseile zum Schreibprofi

In Windeseile zum Schreibprofi

Martina Leser ist eine Frau, die den Dingen auf den Grund geht. Im Eiltempo. Während andere noch ihr Bauchgefühl befragen, verwirklicht sie bereits ihren Traum. Und träumt bereits den nächsten … Doch ist es wirklich erstrebenswert, sich jeden Traum sofort zu erfüllen?

Der Entschluss war gefasst: Jetzt wollte Martina Leser Journalistin werden. Also gab sie ihren Beruf als Sekundarlehrerin auf und begann sofort Medien- und Gesellschaftswissenschaften zu studieren. In Rekordzeit schloss sie ab. Und trotz der vielen Bücher, Vorlesungen und Prüfungen fand Martina irgendwie noch Zeit, als Jungjournalistin für TV, Radio und Print zu arbeiten. Dies, indem sie gleich in drei Redaktionen als Praktikantin arbeitete. Diese Zeit war besonders lehrreich. Und dies in doppeltem Sinne: Denn Martina musste erkennen, dass der Journalismus doch nichts für sie ist.

In der Schreibwerkstatt Feuer gefangen

Wie also weiter? Es folgte ein Praktikum beim Parlament in Bern. Dort kam sie zum ersten Mal mit Corporate Publishing in Berührung. Das spornte sie an, die Schreibwerkstatt der Schweizerischen Text Akademie zu belegen, um das Schreibhandwerk von Grund auf zu erlernen. «Die Schreibwerkstatt hat mich gelehrt, Texte zu planen und überlegt zu schreiben. Nach dem Kurs war ich wie angestachelt. Ich wollte alle Studiengänge absolvieren und den Master schaffen», erzählt sie. Die Studiengänge hat sie alle bestanden. Nur der Master-Titel muss noch auf sich warten lassen. Denn: Martina Leser wird bald Mutter sein.

Intern redet niemand vom Bundeshaus

Nach einem Abstecher in die hektische Kommunikationsabteilung des Berner Inselspitals arbeitet Martina Leser nun beim Schweizer Parlament als Web-Spezialistin. Ganz einfach sei das nicht. Alle Texte müssten in fünf Sprachen vorliegen, sagt Martina.

Und weiter: «Zusätzlich durchlaufen die Texte zahllose Vernehmlassungen, bis wir sie veröffentlichen dürfen. Und das Parlamentarierdeutsch müssen wir für die breite Bevölkerung zuerst aufbereiten. Zudem wird ein sachlicher Schreibstil gepflegt. Das heisst, wir dürfen Personen nicht in den Mittelpunkt stellen. Inhalte über den Bundesrat vermeiden wir, wenn möglich. Denn die Bürger sollen Parlament und Bundesrat nicht verwechseln. Aus dem gleichen Grund reden wir vom “Parlamentsgebäude“, wenn das Bundeshaus gemeint ist.»

Irgendwann in ferner Zukunft möchte Martina Leser Rätoromanisch lernen. Doch zunächst freut sie sich auf ihre neue, grosse Aufgabe als Mutter. Buna fortuna, Martina!

Schweizerische Text Akademie: 31.03.2016

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