Selbst neue Medien werden alt

Selbst neue Medien werden alt

Jemanden wie Karin Friedli hätte jedes Unternehmen gerne auf der Lohnliste. Denn: Karin kennt sich bestens mit Social Media aus. So gut, dass sie auch als Dozentin für CAS-Lehrgänge und als Beraterin zu diesem Thema arbeitet.

Besonders junge Menschen lassen sich fast nur noch via Social Media erreichen. Doch Karin Friedli beurteilt den vollendeten Wandel in der Medienlandschaft positiv: «Ich sehe vor allem die Chance, aktueller zu sein und mehr konkreten Nutzen zu bieten als beispielsweise die Konkurrenz. Natürlich gibt es Schattenseiten, wie die immer höher werdende Kadenz und der Kampf um Aufmerksamkeit. Letztlich nimmt uns der Wandel in die Pflicht, noch besser und zielgerichteter zu arbeiten», sagt sie.

Eine alte Liebe vergisst man nicht

Die Beraterin, Dozentin und Bloggerin aus Bern entdeckte ihre Liebe zur Sprache schon früh. Als Zwölfjährige wollte sie ihr eigenes Buch schreiben. Das Manuskript liege irgendwo verstaubt auf dem Estrich der Eltern herum. An ihren Schulaufsätzen konnte sie tagelang herumfeilen. Wie an einem Kunstwerk, das nie wirklich vollendet ist. Diese Liebe zum Detail ist noch heute erkennbar, wenn man ihren Blog liest. Sie nimmt die Dinge nicht einfach hin, sondern hinterfragt auch das «Warum».

Der Lerneffekt kommt unbemerkt

Nach ihrer Ausbildung zur Hotelkauffrau wechselte Karin Friedli in die Kommunikationsbranche, in der sie zuletzt im Corporate Publishing tätig war. Von dort aus wollte sie sich wieder ihrer alten Liebe zuwenden. Dem Schreiben. Sie absolvierte erfolgreich die Schreibwerkstatt, den CAS Corporate Writer und den Studiengang CAS Corporate Publisher der Schweizerischen Text Akademie. Trotz ihres grossen Wissens konnte Karin Friedli profitieren. «Bei der Textplanung gehe ich strukturierter und mit grösserer Sicherheit vor. Lernprozesse geschehen nicht immer bewusst. Plötzlich macht man Dinge viel besser und bemerkt es zuerst gar nicht», sagt sie.

Gibt es neue Trends?

Karin Friedli beobachtet, dass gerade junge Menschen immer weniger Bedarf nach Öffentlichkeit haben. Das Sich-zur-Schau-stellen ist im Abwärtstrend. Die Menschen ziehen sich wieder in geschlossene Umfelder zurück. Stichwort Messenger-Apps. Doch nicht nur die Sprache, sondern auch die Ästhetik verändert sich. «Vergleichen Sie nur einmal die Bildwelten von Instagram und Snapchat», sagt sie.

In Zukunft möchte Karin Friedli mit ihrem Beratungsunternehmen unabhängig bleiben und es gemeinsam mit ihren Partnern weiterentwickeln. Dafür wünschen wir ihr viel Erfolg, Re-Tweets und Likes.

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