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Podc@st: Dozentin Fiona Tinner über UX Writing

CAS Marketing Writer – UX Writing : ab 22. Juni 2022 in Zürich. Wieder als Dozentin dabei ist Fiona Tinner, UX Writer aus Schaffhausen. ✍ Sie doziert UX Writing und bereitet die Studentinnen und Studenten auf die Studienarbeit vor. Aber was ist UX? Wie wird man UX Writer und müssen UX Writer bald auch Social Media Content produzieren? Erfahrt dazu mehr in diesem kurzen Podcast. 🎙

Totale User Experience: Nebst dem Thema UX Writing behandeln wir im CAS Marketing Writer das Thema UX Design. Erfahre, wie du die Web-Oberfläche nach den Interessen der User optimierst. 🖥📲

Noah Zygmont: «TikTok macht ziemlich schnell süchtig»

Text Akademie: Mark Zuckerberg hat seinen Konzern Facebook, zu dem auch Instagram gehören, bekanntlich in «Meta» umgetauft. Nun hat Meta einen gigantischen Absturz an der Börse erlebt. Was hat dies mit TikTok zu tun?
 
Noah Zygmont: Zuckerberg sagt selbst indirekt in Interviews, dass die Konkurrenz «Vollgas gibt. TikTok hat einen Nerv getroffen, den Facebook – damals zu den Gründungszeiten – auch traf. Die Generation Z ist wild darauf, neue Plattformen kennenzulernen und ist schon längst nicht mehr auf Facebook zuhause.
 
Was macht TikTok besser als beispielsweise Instagram?
Noah: TikTok hat einen sehr speziellen Algorithmus, der dazu führt, dass man ziemlich schnell süchtig nach der App wird. Die Kreativität hat ausserdem keine Grenzen, was die Userinnen und User lieben! TikTok hat viel mehr Content, da ist für jeden was dabei und du kannst vom Nobody zum Superstar aufsteigen. Dagegen basiert bei Instagram vieles auf Followern und wenn du diese nicht hast, bleibst du unter dem Radar.
 
Ist es nicht so, dass TikTok einfach das Beste aus allen grossen Social-Media-Plattformen kopiert und erfolgversprechend kombiniert hat?
Noah: Ich würde behaupten, dass das Gegenteil der Fall ist. TikTok hat mit den Kurzvideos und mit dem App-Layer ein ziemlich eigenes Ding aufgezogen. Eher Meta ist für mich der Kopierer: Storys von Snapchat, Reels von TikTok, Karussell-Posts von Pinterest.
 
Wie hat Instagram bisher auf den unerwarteten Erfolg von TikTok reagiert?
Noah: Instagram hat ziemlich rasch die Instagram-Reels eingeführt, mit denen sie TikTok ernstzunehmende Konkurrenz machen wollen. Ansonsten ist die Instagram-App nach wie vor klassisch aufgebaut, wie es damals schon der Fall war. Ich kann mir allerdings gut vorstellen, dass da noch das eine oder andere kopiert werden könnte.
 
Was sind so genannte «Reels»?
Noah: Reels sind TikToks für Instagram. In einer gewissen Sondersektion kann man maximal 1-minütige-Videos anschauen, die etwas kreativer aufbereitet sind als normale Feed-Posts. Reels sind zudem praktisch das einzige Feature, mit dem man auf Instagram rein organisch noch wachsen kann.
 
Warum sind ausgerechnet solche Kurzvideos so erfolgreich?
Noah: Die Aufmerksamkeitsspanne der Generation Z wird immer kürzer. Sie will innert kürzester Zeit mit dem besten Content versorgt werden und neue Videos entdecken. Dass Kurzvideos schon früh auf viel Anklang stiessen, zeigte sich bereits bei Vine, die ein ähnliches System hatte wie TikTok zur Startphase. Kurz, knapp, viel und sehr kreativer Content. Keine Standbilder, keine langen Dokumentationen.
 
Gibt es einen Unterschied zwischen den Instagram «Reels»-Videos und den Kurzvideos von TikTok?
Noah: Im wesentlichen Kern eigentlich nicht. Eher in der direkten Umsetzung, respektive beim Upload. TikTok sind mittlerweile bis zu 10 Minuten lang. Reels maximal 1 Minute.
 
Wo ist nach wie vor Instagram führend?
Noah: Instagram hat bis jetzt sicherlich immer noch die höhere Nutzerzahl als TikTok. Auch was den Bereich der Monetarisierung angeht, sehe ich Instagram nach wie vor vorne, wobei TikTok dort rasant aufbaut und zu Beginn des Jahres einige Highlights diesbezüglich präsentierte. Instagram ist sicherlich für Bilder nicht aus dem Netz wegzudenken und auch für bestehende Influencer/Creator nach wie vor eine sehr wichtige Plattform.
 
Wo hat TikTok die Nase vorn?
Noah: TikTok ist kreativer, authentischer, weist das stärkere Wachstum punkto Nutzerzahlen auf und steht noch am Anfang. TikTok hat insofern viel mehr Möglichkeiten, um die App noch attraktiver zu machen und neue Features zu integrieren. Was zum jetzigen Zeitpunkt ebenso für TikTok spricht: Es lassen sich viel schneller viel höhere Reichweiten erzielen, auch wenn man bis jetzt noch keine Videos selber produziert hat. UND: man kann viel eher die junge Zielgruppe damit erreichen.
 
Wer nutzt vor allem Instagram?
Noah: Die Hauptzielgruppe ist zwischen 24-35 Jahren alt. Man merkt stark, dass sich die Facebook-Nutzer langsam für Instagram entscheiden und so wird das Durchschnittsalters sicherlich bald noch höher.
 
Wer nutzt vor allem TikTok?
Noah: Die Generation Z ist zum jetzigen Zeitpunkt die grösste Zielgruppe auf der Plattform. 69% aller Userinnen und User sind unter 25 Jahre alt und mehr als die Hälfte ist sogar unter 35 Jahre alt. Entsprechend ist die Zielgruppe noch ziemlich jung.
 
Auf was muss sich das Marketing konzentrieren, wenn die meistens Kunden auf Instagram / TikTok unterwegs sind?
Noah: Ich glaube, dass man als Marke keine Plattform ausschliessen soll. Die Mischung macht den Unterschied. Auf beiden Plattformen erreicht man unterschiedliche Personen, mit unterschiedlichen Kaufentscheidungen. Auf Instagram hat man womöglich noch eher jene Personen am Start, die das Geld eher in die Hand nehmen wollen, um etwas zu kaufen. Auf TikTok hingegen hat man den Nachwuchs und animiert durch Trends wie #TikTokMadeMeBuyIt die Userinnen und User dazu, ein Produkt auf einer anderen Seite als auf TikTok zu kaufen. Der Einfluss ist entsprechend viel grösser und authentischer.
 
Das Interview mit Noah Zygmont gibt es auch als Podcast in unseren Social Media und auf Vimeo.

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