Wolkenbruch und Werbetext

Wolkenbruch und Werbetext

Texter, Autor, Künstler: Alles in allem hat das kreative Schreiben Thomas Meyer vor langer Zeit von der Rechtswissenschaft abgeworben, in seinen Bann gezogen und nicht mehr losgelassen. Das Ergebnis: prämierte Texte, buchpreisnominierte Literatur und der stetige Wunsch, Neues zu lernen.

Die «Schickse». Jiddische, etwas abfällige Bezeichnung für eine nichtjüdische, leichtlebige Frau. So steht es im Duden, so steht es im Titel von Thomas Meyers Debütroman «Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse». Eine Geschichte über kulturelle Unterschiede, Liebe und das Wesen des Menschen, nach mehr zu streben. Der Roman hat seinen Einstieg als Erfolg versprechender Autor in die Schweizer Literaturszene bedeutet, aber keineswegs den Beginn seines kreativen Schaffens. Das begann viel früher.

Thomas Meyer wollte einst der Rechtswissenschaft dienen. Der Gerichtssaal schien aber der falsche Ort für einen Freigeist wie ihn zu sein. Und das ist gut so; wir hätten sonst womöglich auf seine Reportagen, Werbetexte und Kolumnen verzichten müssen. Und auf Texte, wie die «Aktion für ein kluges Zürich». Die Textkampagne war alles, was eine Textkampagne sein muss: öffentlich und offensiv. Sie bestand aus provokanten Fragen, die viele Leute zum Nachdenken und Hintersinnen anregten. Die Aktion brachte Thomas Meyer den Swiss Text Award 2010, viel Lob, Aufmerksamkeit und noch mehr Ansporn, Zürich klüger zu machen. Aber woher kommt die Leidenschaft, die Zürcher zum bewussteren Leben zu animieren? «Es ist dieselbe Leidenschaft, die mich selbst klüger, einsichtiger macht. Die Reaktionen auf meine Texte bestätigen, dass andere diese Leidenschaft auch teilen.»

Gedankenaustausch mit Hans Schmerz

Wer ist Hans Schmerz? Unter diesem Pseudonym hat Thomas Meyer seine ersten Texte übers Internet veröffentlicht, noch bevor die Web-User dieser Form des Textens den Namen Blog gegeben haben. Der gedankliche Austausch mit seinen Mitmenschen – gemeinsam den Horizont erweitern – treibt Thomas Meyer an. Damals wie heute. Früher übers Internet. Später als Onlinejournalist und Kolumnist. Und heute? Heute betreibt Thomas Meyer die Facebook-Seite «Historisches Zürich». Der Austausch um Wissenswertes geht weiter. Seine Ideen scheinen ihm nicht auszugehen.

Woher der Werbetexter seine Ideen nimmt, hängt von vielem ab: vom vernetzten Denken, von der Fähigkeit, die eigene Perspektive zu wechseln, aber auch von der Entscheidungskraft. «Ideen müssen entschieden werden, nicht diskutiert», so Thomas Meyer. Deswegen führt er seine eigene Agentur Meyertext. Er selber geht ganz entschieden an die Findung kreativer Werbeideen. Mit viel Ehrgeiz und Strenge. Und mit der Motivation, Neues zu lernen.

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